Adaptierst du noch oder innovierst du schon?

Alle Unternehmen sind sich einig, dass die Themen Innovation und Geschäftsfeldentwicklung einen wichtigen Teil in der strategischen Ausrichtung haben müssen. Und viele haben bereits Systeme eingerichtet, um ihre innerbetrieblichen Abläufe und Prozesse effizienter zu gestalten und dabei Kosten und Zeit zu sparen. Wahre Innovationen werden aus diesen Systemen jedoch kaum abgeleitet und der Wettbewerbs- und Marktdruck steigen dennoch. Darum wird das Forschungs- und Entwicklungsbudget beinahe jährlich erhöht, um immer neue Produkte und Dienstleistungen an den Mann oder an die Frau zu bringen. Und dennoch bleibt der erhoffte Erfolg sehr oft aus bzw. die Nutzerrückmeldungen häufen sich. Sodass entweder Produktadaptionen nachgereicht werden oder eine, beinahe unüberschaubare, Vielzahl an Varianzen des ursprünglichen Produktes entstehen, um die Bedürfnisse der Kunden zufriedenstellen zu können. Aber wie kann man dem jetzt entgegenwirken? Zur Beantwortung dieser Frage ist es wichtig zu verstehen welche Gründe hinter der niedrigen Erfolgsrate von Innovationen liegen. Während der Datenerhebung für die Benchmarkstudie innovate! austria konnten folgende Kriterien für den Misserfolg von Innovationen identifiziert werden:

  1. Unternehmen haben kein einheitliches Verständnis für den Innovationsbegriff und den dahinterliegenden Systemen.
  2. Es werden keine klaren Innovationsstrategien verfolgt.
  3. Unternehmen haben weder einen systematischen noch vollständig implementierten Innovationsprozess.
  4. Kundenanforderungen und -probleme werden nicht ausreichend erhoben und verstanden.
  5. Es werden zu wenig systematische Methoden in der Konzeptentwicklung eingesetzt.
  6. Die Aufgabe des Innovationsmanagers wird oft als „Nebentätigkeit“ vergeben.
  7. Oft fehlt es an messbaren Zielen und Umsetzungskontrollen für Innovationsprojekte.
  8. Innovationsinitiativen werden vom Management nicht ausreichend gefördert.

 

  Das Resümee dieser Studie ist also, dass einerseits die Strategie, die Kultur und die Organisation eines Unternehmens auf die Steigerung der Innovationskraft ausgerichtet sein muss. Und andererseits ein systematischer Prozess eingeführt werden muss, um die richtigen Ideen möglichst effizient umzusetzen. Leider fehlt es österreichischen Unternehmen oft an entsprechenden Ressourcen, um neben dem Tagesgeschäft noch Innovationsprojekte zu initiieren und das Unternehmen entsprechend den Vorgaben umzustrukturieren. Daher raten Innovationscoaches dazu Unternehmen und Mitarbeiter schrittweise an ein Innovationsmanagement heranzuführen. Erst beginnen Sie mit einem kleinen Projekt, wo die Kosten und Ressourcen gering und gut abschätzbar sind um ein Gespür für einen agilen Innovationsprozess zu bekommen und neue Methoden zur Ideengenerierung kennen zu lernen.  Sehr gut eignen sich hierfür Ansätze, wie der Design Sprint nach Google oder der Design Thinking Prozess nach HPI um neben der gezielten Suche nach neuen Lösungswegen auch der Nutzer in den Mittelpunkt gestellt wird. Zusätzlich zum systematischen Prozess sichert Ihnen diese Nutzerzentrierung frühzeitige Marktakzeptanz durch die aktive Einbindung von Kundeninsights für ein besseres Nutzenverständnis.   Also stellen Sie ein kleines Innovationsteam aus 6-8 Leuten zusammen und versuchen Sie Ihr erstes Innovationsprojekt umzusetzen. Denn diese Art zu denken ist keine Raketenwissenschaft, sondern muss einfach probiert werden. Und Sie werden sehen, wie in kürzester Zeit eine Vielzahl an guten Ideen generiert und auch gleich am Markt getestet werden kann, mit viel Spaß und einem geringen Budget!

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